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Missbildungsrisiko

bei Kindern aus künstlicher Befruchtung

Eine Brüsseler Arbeitsgruppe berichtet in der Märzausgabe des Human Reproduction 2002 über 2889 Kinder nach ICSI und 2995 Kinder nach IVF. Die Rate erheblicher angeborener Fehlbildungen lag bei 4,2% bzw. 4,6% und unterschied sich nicht von der spontaner Konzeptionen.

Eine New Yorker Arbeitsgruppe vom Cornell Medical Center (Dr. Rosenwaks) berichtet über 2059 Kinder nach ICSI. Die Rate erheblicher Missbildungen lag bei 1,8%. Zwischen IVF und ICSI wurde kein Unterschied gesehen.
Fasst man die Ergebnisse der Brüsseler und New Yorker Studien zusammen, so finden sich bei etwa 8000 Kindern nach künstlicher Befruchtung keine gesteigerten Fehlbildungsraten. Sämtliche Studien machen aber keine Aussagen über die Eltern und auch nicht über eine eventuelle (Hormon-) Therapie in den ersten Schwangerschaftswochen nach künstlicher Befruchtung.

Neue Daten aus Schweden ergeben, wie auch die bisherigen Daten anderer Untersuchungen, dass nicht mit einem Anstieg von Missbildungen bei nach ICSI geborenen Kindern gerechnet werden muss. Es wurde lediglich ein erhöhtes Auftreten von Hypospadie bei Knaben beobachtet (die Öffnung der Harnröhre befindet sich nicht an der Spitze sondern an der Unterseite des Penis. Bei leichteren Formen der Hypospadie liegt die Öffnung direkt unterhalb der Eichel).

Vor Jahren wurde berichtet, dass der geistige Entwicklungsindex bei Knaben nach ICSI im ersten Lebensjahr geringer sei als der bei Mädchen nach ICSI. Eine Fall-Kontroll-Studie aus England zeigte bei 208 Einzelkindern nach ICSI und 221 spontan konzipierten Einzelkindern keinen Unterschied in der mentalen und körperlichen Gesundheit. Kinder, die mit Hilfe der intrazytoplasmischen Spermieninjektion (ICSI) gezeugt wurden, haben eine normale kindliche Entwicklung.

Alle diese Studien zeigen allerdings einhellig, dass hinsichtlich der Missbildungsraten zwischen IVF und ICSI kein Unterschied besteht!

Wennertholm UB, Bergh C, Hamberger L, Lundin K, Nilsson L, Wikland M, Källen B (2000) Incidence of congenital malformations in children born after ICSI. Hum. Reprod. 15: 944-948
Hansen M, Kurinczuk J, Bower C, Webb, S (2002) The risk of major birth defects after intracytoplasmatic sperm injection and in vitro fertilization N. Engl. J.Med. 346: 725-730
Bonduelle M, Liebaers I, Deketelaere V, Derde MP, Camus M, Devroey P, Van Steirteghem A (2002) Neonatal data on a cohort of 2889 infants born after ICI (1991-1999) and of 2995 infants born after IVF (1983-1999). Hum. Reprod. 17: 671-694
Palermo GD, Neri QV, Hariprashad JJ, Davis OK, Veeck LL, Rosenwaks Z (2000) ICSI and its outcome. Semin. Reprod. Med. 18:161-169
Sutcliffe AG, Taylor B, Saunders K, Thornton S, Lieberman BA, Grudzinskas JG (2001) Outcome

 

 

 
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